Pressebericht an alle Ratinger Zeitungen vom 26.02.2003

4.252.-  US-$ für Krankenhaus in Mexico aus Ratingen

Der Ratinger Verein Solidarität mit Chiapas bekam diese Tage einen Dankensbrief aus Mexico, dafür dass er im Jahr 2002 mit insgesamt 4.252.- US-$ das Krankenhaus San Carlos unterstützt hat. Dieser Betrag wurde für die dringend notwendige Beschaffung von Heil- und Hilfsmitteln verwendet. Die Verwaltungsleiterin des Krankenhauses, Schwester Maite Tomasena, schrieb dem Ratinger Verein u.a.: „Vielen, vielen Dank, weil alle Ihre Hilfe in Leben, Gesundheit und Trost für unsere am meisten bedürftigen Brüder und Schwestern umgewandelt wurde. Gott möge Sie segnen und Ihnen Ihre Solidarität belohnen. Voller Zärtlichkeit und Dankbarkeit.“

Dieses Schreiben ist ür den Verein Ansporn, auch im Jahre 2003 alle seine Käfte darauf zu konzentrieren, weiter dazu beizutragen, dass die Gesundheitsversorgung der Ärmsten der Armen in diesem Teil Chiapas im Süden Mexicos weiter funktioniert.

Zusammen mit der Bestätigung über die im Jahre 2002 geleistete Hilfe hat das Krankenhaus den RatingerInnen auch seinen Jahresbericht zu geschickt, der auf eindringliche Weise zeigt, wie sehr wirtschaftliche Unterentwicklung sich auf die Gesundheitslage der verarmten Bevölkerung auswirkt. So sterben von den behandelten Personen noch nicht einmal 2 % an Krebs, aber über 90 % an Infektionskrankheiten, die bei uns nie und nimmer zum Tode führten. Bei mangel- und fehlernährten Personen, die auch keine saubere Trinkwasserversorgung, verlaufen harmlose Erkrankungen wesentlich dramatischer als im reichen Westen. Besonders Kinder leiden unter diesen Bedingungen, bilden sie doch zu rund 50%die größte Gruppe der Behandelten. Erschreckend für westliche Augen ist auch, dass an Tuberkulose – einer klassischen Armutskrankheit – viele Menschen erkranken und sterben müssen.

Vereinsmitglieder haben sich selbst vor Ort von der Arbeit des Krankenhauses, das ein Einzugsgebiet von rund 200 km (im Urwald) hat, überzeugt und planen auch für 2003 einen Besuch. Zudem weist der Verein darauf hin, dass das Krankenhaus sich nicht nur über Spenden, sondern auch über medizinisches Personal freut, das dort eine Zeitlang freiwillig arbeiten möchte. Infos beim Verein.

 

Pressebericht an alle Ratinger Zeitungen vom 24.04.2001

10.000.- DM für Krankenhaus San Carlos

Dank der Unterstützung aus der Ratinger Bevölkerung, der Vereinsmitglieder und des Zuschusses aus Landesmitteln konnte der Verein „Solidarität mit Chiapas“ innerhalb von 6 Monaten wieder  10.000.- DM an das Krankenhaus San Carlos in Altamirano im südlichsten mexikanischen Bundesstaat Chiapas überweisen.
Zwei Mitglieder des Vereins hatten sich im Oktober 2000 vor Ort ein Bild darüber machen können, welchen Hilfebedarf dieses Krankenhaus hat. Das Hospital San Carlos - mit einem Einzugsbereich von 200 Km in einem unwegsamen Bergurwaldgebiet - bietet der vernachlässigten und verarmten indigenen Bevölkerung eine qualitativ gute  medizinische Grundversorgung in allen Bereichen an und ist zudem noch der größte Arbeitgeber der Region. Öffentliche Zuschüsse durch den mexikanischen Bundesstaat oder den Staat Chiapas erhält es nicht. Allein durch Spenden aus Mexico und dem Ausland wird der Betrieb des Krankenhauses gesichert. Die Behandlung für die indigene Bevölkerung ist kostenlos, da diese sowieso kaum in der Lage wäre, mangels eines Sozialsystems die Behandlungskosten zu tragen. Die Angehörigen der zum Teil aus  weit entfernten Dörfern her kommenden PatientInnen, die vom Krankenhaus auch untergebracht und beköstigt werden müssen, revanchieren sich, indem sie kleinere Arbeiten auf dem Krankenhausgelände und in der Küche verrichten.
Durch die politische Entwicklung in Mexico haben sich nunmehr die Arbeitsbedingungen für das Krankenhaus etwas gebessert. War es vorher noch an der Tagesordnung, dass Militärs und paramilitärische bewaffnete Gruppen Medikamente und Lohngelder raubten und das Krankenhauspersonal schikanierten und terrorisierten, hat sich die Lage nun etwas verbessert. Durch ständigen Kontakt per e-mail mit dem Krankenhaus ist der Verein über die Entwicklungen in Chiapas immer gut informiert.
Gleichwohl besteht der dringende Hilfebedarf weiter: Sei es die Ersatzbeschaffung für diagnostische Geräte, seien es Mittel für Löhne, Medikamente, Nahrung, Wasser, Strom ...

Wer spenden will oder weitere Informationen haben möchte, kann sich gerne an den Verein wenden: Solidarität mit Chiapas (Mexico) e.V., c/o Sybille Weyrich-Wiglow, Grillparzerweg 5, 40082 Ratingen, Tel./Fax: 02102-83134. Bankverbindung: Postbank Essen, BLZ 360 100 43, Konto 568009438. Steuerabzugsfähige Spendenquittungen können ausgestellt werden.

 

Pressebericht an alle Ratinger Zeitungen vom 07.12.2000

Ratinger Verein unterstützt Krankenhaus in Chiapas

 Im Oktober 2000 besuchten zwei Mitglieder des Vereins „Solidariät mit Chiapas“ das Krankenhaus San Carlos in Altamirano, Chiapas, Mexico, welches dieser Verein seit Jahren unterstützt. Da zuvor nur Brief und e-mail-Kontakt existierte, bestand auf beiden Seiten das Interesse am persönlichen Kennenlernen.
Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen im südlichsten Bundestaat Mexicos, die von einem Krieg niedriger Intensität gegen die aufständischen Zapatisten und die gesamte indigene Landbevölkerung geprägt ist, wird auch die Arbeit des von Ordensschwestern geleiteten Krankenhauses erschwert. Zum einen beäugt der mexicanische Staat argwöhnisch ausländische HelferInnen und AktivistInnen, die vor Ort helfen wollen als „Einmischung in innere Angelegenheiten“, zum anderen sind sogar die Schwestern den Übergriffen der Armee und rechter Paramilitärs ausgeliefert. So wurden zum Beispiel Lohngelder geraubt und medizinische Transporte und Krankenwagen behindert.
Die beiden Besucher aus Ratingen waren beeindruckt, wie groß das Krankenhaus ist, welches einen Einzugsbereich von ca. 200 Km hat. Da sich die staatlichen Krankenhäuser der Region nicht um die indigene Bevölkerung kümmern, kaum Personal und medizinisches Gerät haben und zudem für jede ärztliche Behandlung Preise verlangen, die die Menschen nicht aufbringen, ist das Krankenhaus San Carlos die einzige Alternative für kranke Menschen. Zu Fuß, per Pferd, per LKW kommen die Patientinnen und Patienten über Schlammpisten zum Krankenhaus. In den meisten Fällen kommen mehrere Familienangehörige mit, da die Kranken den Weg nicht alleine schaffen können und sozio-kulturelle Hintergründe auch verbieten, Kranke allein zu lassen. Somit stellen sich dem Krankenhaus San Carlos Probleme, wie die Begleitpersonen unterzubringen und zu beköstigen sind. Da von den Patienten kein Geld verlangt wird, helfen die Angehörigen bei Garten- und Unterhaltungsarbeiten.
Das Krankenhaus verfügt über verschiedene Abteilungen, wobei fast alle anfallenden Operationen vor Ort verrichtet werden können. Neben mexicanischen Ärzten arbeiten dort Ärzte aus aller Welt über die Organisation „Médecins sans frontières“. Die Armut und Unterentwicklung der Region sorgen dafür, dass die meisten Menschen an Krankheiten der Atemwege, Lungenentzündung und Tuberkulose sowie an Magen- und Darmkrankheiten leiden.
Neben der unverzichtbaren Gesundheitsfürsorge ist das Krankenhaus San Carlos der größte Arbeitgeber der Region, bildet Krankenschwestern und Gesundheitspromotoren aus.
Die Besucher aus Ratingen konnten sich nicht nur vom aufopfernden Einsatz der Schwestern und Ärzte überzeugen, sondern auch vom Finanzbedarf des Krankenhaus San Carlos, welches keinerlei staatliche Unterstützung erhält, sondern nur von privaten Spendern aus Mexico und aller Welt finanziert wird. So werden dringend benötigt: Reparatur des Röntgengerätes, Mittel für Medikamente, Strom, wasser und Löhne.
Wer helfen will, kann Spenden unter dem Stichwort: Hospital San Carlos, Konto 568009-438, Postbank Essen, BLZ 360 100 43 (steuerabzugsfähige Spendenquittungen können ausgestellt werden)

 

Pressebericht im Ratinger „Insider“ 02/1998

Hilferuf und eine Anklage

"Die Soldaten richteten die ganze Zeit die Gewehre auf uns, so als ob sie auf uns schießen würden. (...) Sie plünderten mehrere Hütten, und raubten alles, was darin vorhanden war: Reitzeug, Bettstellen, Macheten und Hacken, Hühner und Truthähne. Sie drangen in die Läden der Kooperative ein, aßen was da war, und nahmen 800,- Pesos mit. Unseren Mais besprühten sie mit Insektengift und mit Benzin." Diesen Bericht aus dem Indio-Dorf Nueva Esperanza in Chiapas erhielt der Ratinger Verein "Solidarität mit Chiapas (Mexico) e.V." vor einigen Wochen. Die Sprecherin des Vereins, Sybille Weyrich-Wiglow kommentiert ihn: "Es ist ein Hilferuf und eine Anklage zugleich. In Chiapas herrscht ein Krieg niederer Intensität", wie es vor Ort tätige Nichtregierungsorganisationen wie z.B. Menschenrechtsgruppen bestätigen. Die Ursache für diese Konfliktsituation liegt in dem extremen sozialen Gefälle, das die Bevölkerungsmehrheit auf ein absolutes Existenzminimum beschränkt. Die - in der Mehrzahl auf dem Lande lebende - Bevölkerung lebt von Subsistenzwirtschaft oder von Saisonarbeit für Großgrundbesitzer. Eine Landreform hat in Chiapas nie stattgefunden. Es gibt kaum Infrastruktur, die Hälfte der Bevölkerung verfügt über kein fließendes Trinkwasser oder Elektrizität.  Heilbare Krankheiten wie Darminfektionen, Tuberkulose und Bronchitis bedeuten auch heute noch  wegen fehlender medizinischer Versorgung für Tausende pro Jahr den Tod. Im Gegensatz hierzu steht der Reichtum des Bundesstaates an natürlichen Ressourcen wie Erdöl, Gas, Holz und landwirtschaftliche Erzeugnisse. (z.B. Chiapas produziert - vielfach in der Hand deutscher Großgrundbesitzer - auch hier vermarkteten "Bio-Kaffee"). Aufgrund dieser Verhältnisse kam es immer wieder zu Landkonflikten, die vom Militär, der Polizei und den Privatarmeen der Großgrundbesitzer niedergeschlagen wurden. Im Jahre 1994 kam es zu einem Aufstand, dessen Hauptmotivation die Forderung von "Land und Freiheit" war. Die Rebellen, die "Zapatisten", zogen sich in die unwegsamen  Berge zurück. Noch während die Armee den Aufstand bekämpfte, kam es unter der Vermittlung des Bischofs Samuel Ruiz zu Friedensverhandlungen. Diese wurden durch militärische und polizeiliche Übergriffe auf die Zivilbevölkerung erheblich gestört, und im Herbst 1996 endgültig abgebrochen. Was blieb, war die Belagerungs- und Kriegsituation für die Zivilbevölkerung. Die Militarisierung des Bundesstaates nahm immer mehr zu. Bis heute sind um die 40.000 Soldaten dort stationiert. Gleichzeitig kam es zur Bildung von Paramilitärischen Banden, die zynischerweise solche Namen wie "Frieden und Gerechtigkeit" führen. Diese Gruppen - bewaffnet durch die Sicherheitskräfte - rekrutieren sich aus Anhängern der Regierungspartei. Es sind Bauern und Landarbeiter wie ihre Nachbarn. Die Nachbarn sympathisieren jedoch vielleicht mit den Rebellen. So wurden ganze Familien  aus ihren Dörfern vertrieben, bei  Konfrontationen gab es regelmäßig Tote und Verletzte. Als sich mehr und mehr Indios und ganze Dörfer mit den Zielen der Zapatisten einverstanden erklärten und  sich Gemeinden für autonom erklärten, ließ dies den Konflikt eskalieren. Die "Tätigkeit" der Paramilitärs wurde verstärkt und auf andere Gegenden ausgedehnt. Die Politik der mexikanischen Regierung gegenüber den Indios ist eine Mischung aus kleinen Konzessionen und großen verbalen Ankündigungen einerseits, und hierzu in völligem Gegensatz stehenden Handlungen andererseits.  Während über die  Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen diskutiert wird, rückt die Armee gleichzeitig zur "Befriedung" der Region in die Dörfer ein. Der Frieden - ein Friede, der den Menschen ein Leben in Würde ermöglichen soll - rückt wieder in weite Ferne. In der regierungskritischen  mexikanischen Zeitung "La Jornada" wird eine denkbar düstere Perspektive aufgezeigt: "Über die Worte hinaus, die aus dem Mund der Macht Frieden und Verhandlungen anbieten, kommt die Sprache, die heute gesprochen wird, aus den Gewehrläufen". Wird über Erklärungen zugunsten einer friedlichen Lösung  hinaus weiter der militärische Weg beschritten? Schon jetzt hat der soziale Konflikt zu viele Todesopfer und viele Tausend Flüchtlinge verursacht.
Und statt einer sofortigen Hilfe für die aus ihren Dörfern geflohenen, eh schon besitzlosen Menschen  reagierte die Regierung mit der Zusammenziehung von noch mehr Militär. Selbst die Hilfskonvois - organisiert von Kirchen oder NGO´s werden behindert.
Die Mitglieder des Ratinger Vereins, der in zwei Dörfern ein Handwerksprojekt und ein Krankenhaus und andere kleine Verbesserungen der Infrastruktur fördert, sorgen sich sehr um die Menschen in Chiapas, mit denen sie sich in Freundschaft verbunden fühlen. Zur Zeit wird hauptsächlich das Krankenhaus "San Carlos" in Altamirano unterstützt, das für die umliegenden Indio-Dörfer eine kostenlose medizinische Versorgung anbietet, und darüber hinaus auch an sogenannte "Gesundheitspromotoren" ein medizinisches Basiswissen vermittelt. Damit soll in den abgelegenen und schwer erreichbaren Dörfern der Region eine Notfallversorgung gesichert werden. Die Gelder des Vereins erreichen das Projekt  direkt und ohne Abzüge. "Außer Bankgebühren haben wir keine Verwaltungskosten" sagt Sybille Weyrich-Wiglow. "Unsere Spender können sicher sein, dass nichts von dem, was wir bekommen irgendwo versickert." Davon hat sie sich auch vor Ort überzeugen können.
Zur Zeit ist ihr allerdings eine legale Einreise nach Mexico nicht möglich: "Bei unserem Aufenthalt in Mexico in 1996 wurden wir beim Transport von Hilfsgütern in ein Dorf von Beamten der Polizei und der Migrationsbehörde aufgehalten. Sie nahmen uns die Pässe weg, wir wurden stundenlang vernommen und schließlich wegen "illegaler Aktivitäten" ausgewiesen. Dies Schicksal teilen wir jedoch mit vielen hundert anderen Helfern, Menschenrechtsaktivisten und  Kirchenvertretern, derer sich der mexikanische Staat auf diese Weise entledigt hat. Aber das bestärkte uns nur darin, die Arbeit  trotzdem weiter fortzusetzen!"

Wer an einer Projektinformation interessiert ist, kann sich an folgende Adresse wenden: "Solidarität mit Chiapas (Mexico) e.V", c/o Sybille Weyrich-Wiglow, Grillparzerweg 5, 40882 Ratingen.

Spendenkonto : Postbank Essen -  BLZ 360 100 43 -  Konto 568009-438

Der Verein ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, es können  Spendenquittungen erstellt werden.